Editorial

Der Blick aus dem Bürofenster der Stadtwerkstatt verursacht seit Monaten üble Schmerzen, die auch ein Schwenk auf die Donau nicht lindert. Das Dach des vor der Stadwerkstatt entstehenden AEC-Erweiterungsbaus bietet sich ganz vorzüglich als neue, zusätzliche Spielfläche für das Krone-Fest an oder auch als imagetransfertaugliche Präsentationsfläche für Auto-Produkteinführungen. Aber kann man sich Leben auf diesem Plateau vorstellen? Man kann! Der Hamburger Künstler Christoph Schäfer (»Park Fiction«) war eingeladen, Möglichkeiten der Gestaltung für diesen neuartigen öffentlichen Platz zu recherchieren. Das (vorläufige) Ergebnis lesen Sie auf den Seiten 3 + 4.
»Schöner Parken« war ein paar Meter weiter das Motto bei der Neugestaltung des Urfahraner Jahrmarktgeländes. Operation gelungen, öffentlicher Raum tot. Georg Ritter fordert den Status quo ante auf Seite 5.
Nach einer Säuberung des öffentlichen Raumes der Innenstadt von angeblich den Wirtschaftsstandort schädigenden Personen werden die Lokalzeitungen ja nicht müde zu schreien. Besonders laut tat dies vor kurzem die Linzer Rundschau. Franz Fend fragt auf Seite 6, wer bestimmt, wer sich im öffentlichen Raum aufhält.
In Linz hat sich in den letzten Jahren eine kleine, aber feine elektronische Musikszene herausgebildet. Christina Nemec, selbst Musikerin, traf sich mit einigen ihrer ProtagonistInnen und berichtet auf Seite 12 darüber. Wo man dann deren Tonträger erstehen kann, können Sie bei Christian Wellmann nachlesen, der eine kleine Geschichte der Linzer Plattengeschäfte einst und jetzt verfasst hat (S. 13). Wellmann fand neben dem Abhängen in lokalen Plattenläden auch noch Zeit für die Kunst. Naja, Kunst. Gespräche über Kunst halt, Kunst in schlechter Gesellschaft. Lesen Sie den Unausspechlichen sagen: »...die Kunst soll die Gesellschaft angreifen...« und einges mehr auf Seite 7. Ebendort findet sich Teil II der »konkret«-Story von Erwin Riess. Preisfrage: Zu wessen »wichtigen Lehrern seiner Jugend« zählte »konkret« dereinst? Laut »Falter«-Interview zu Gusis - Grundgütiger!
Weiters in dieser VERSORGERIN: Tanja Brandmayr interviewte das Linzer KüntlerInnenkollektiv Time` s Up (S. 8), Luis Liendo Espinoza schreibt über die Indoktrination von Kids in den palästinensischen Autonomiegebieten (S. 11) und Anna Masoner stellt drei Linzer KünstlerInnen auf Seite 9 die Frage, wie sie sich finanziell über Wasser halten.
Hingewiesen sei an dieser Stelle auch noch auf den Workshop »Zigeuner – waas i nix« von Stadtwerkstatt und LIBIB mit Marika Schmiedt (siehe das Interview in der VERSORGERIN #76) und Simone Schönett am 23. und 24. Mai in der Stadtwerkstatt. Nähere Informationen finden Sie auf Seite 4.

So long,
k.

Zurück zur Ausgabe: 
#77
Editorial

& Drupal

Versorgerin 2011

rss